Wann geht Digitales Marketing direkt ins Hirn

Geschrieben von am Feb 21, 2014 in News | Keine Kommentare

70 bis 80 Prozent unserer Entscheidungen treffen wir unbewusst, so der Neuromarketingforscher Dr. Hans-Georg Häusel von der Gruppe Nymphenburg Consult AG bei seinem Auftaktvortrag der Adobe Digital Marketing Days 2014 in München. Manch andere Forscher gehen gar soweit zu behaupten, es seien sogar 95 Prozent. Im Klartext hieße das, dass der Mensch wohl doch nicht so bewusst entscheidet, wie gedacht. Vielmehr treffen die Emotionssysteme im Gehirn die meisten Entscheidungen. Denn das Gehirn versucht das Denken zu vermeiden. Ein denkendes Gehirn ist ein Energiefresser, witzelt Dr. Häusel.

Lymbic Types

Alles ohne Emotionen ist sinn-, wert- und bedeutungslos. Marken müssen daher ihre Zielgruppe über die emotionale Ebene ansprechen. Dr. Häusel segmentiert die Konsumenten in drei verschiedene so genannte Lymbic Types, deren Hauptemotionsfelder folgende sind: Balance (Sicherheit, Stabilität), Stimulanz (Exploration, Entdeckung) und Dominanz (Konkurrenz, Verdrängung). Die unterschiedlichen Typen gilt es also mit Markenbotschaften abzuholen, die genau deren Hauptemotionsfeld treffen.

LimbicType_neu

Besonders die Stimulanz-Typen können über neue Medien abgeholt werden. Dennoch sollten die Balance-Typen nicht außer Acht gelassen werden, weil diese eine wachsende und kaufkräftige Bevölkerungsgruppe darstellen.

Print vs. Online

Print und Online wirken völlig unterschiedlich auf das Gehirn. Bei Print Medien sind die Konsumenten im Stroll-(Flanier)Mode. Qualität, Ästhetik, Inspiration, Multisensorik, Lesegenuss und Verlässlichkeit sind die entscheidenden Faktoren in der Motivationsstruktur.
Dagegen versetzen Online Medien den Konsumenten immer in den Excite-Mode. Neugierde, Aktualität, Interaktion, Entdecker- und Spieltrieb sind wichtige Faktoren für die Motivation. Digitale Anwendungen ermöglichen daher das kognitive Lernen.

Fünf Ebenen im Neuro-Web

1) First Emotional Impression
Der erste Eindruck von einer Marke oder einem Produkt wird meistens beibehalten – dies gilt auch beim Webauftritt.

2) Emotional Framing
Mit unterschiedlichen Darstellungen ein und des selben Produkts, können die verschiedenen Emotionstypen angesprochen werden.

3) Digital Merchandising
Die Züge des menschlichen Gesichts sind ein wichtiges Signal für uns und tragen zur Kaufentscheidung bei.

4) Usability und User Experience
Das Kundenerlebnis im Web ist wichtig. Man spricht vom “happy web”, “easy web”, “trust web” oder “care web”.

5) Digital Targeting

Fazit

Die Emotionen, die mit einer Marke oder einem Produkt verbunden sind, sind entscheidend und spielen beim Markenaufbau sowie der Markenbekanntheit eine wichtige Rolle. Markenbekanntheit wirkt entlastend auf das Hirn und spricht die Emotionsfelder an. Demnach gilt es, die Macht des Unbewussten bzw. der Emotionen zu verstehen, um dies für Motivation und Marketing nutzen zu können, damit man die Zielgruppe direkt im Hirn erreicht.

Hier geht’s zur Präsentation von Dr. Hans-Georg Häusel.

 

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